Wer Nenas „Nur geträumt“ oder „Der goldene Reiter“ von Joachim Witt zu den Kronjuwelen der Neuen Deutschen Welle zählt, wird sich mit Palais Schaumburg schwertun. Zählt die Hamburger Band doch zu den frühen Vertretern der Bewegung, die weniger den großen Pop-Entwurf suchten als eine quirlige Abkehr von aller Konvention – so wie das gleichnamige britische Vorbild, die New Wave. Dabei eröffnet das Debüt von Holger Hiller, Thomas Fehlmann und Co. mit einem Hit – oder zumindest so was Ähnlichem: „Wir bauen eine neue Stadt“ mit seinem zickigen Rhythmus und den skandierten Slogans ist eingängig und tanzbar, quietscht und fiept aufregend. Andernorts aber klingt es, als hätten die Irren die Anstalt übernommen. Generell darf man hier nicht nach Melodien suchen – der unbestreitbare Wiedererkennungswert fast jedes Liedes besteht in rhythmischen Mustern und interessanten Geräuschen. Ein abstrakter NDW-Klassiker von 1981, stark limitiert auf rotem Vinyl wiederveröffentlicht, aber auch in anderen Formaten zu haben. lö