Ob fünf Jahre als Jubiläum durchgehen, darüber lässt sich diskutieren. Unter den aktuellen Bedingungen ist es aber eine Leistung, dass das Festival „Stars & Rising Stars“ trotz knapper Vorlaufzeit 2021 überhaupt realisiert werden konnte. Prominente Patin des Eröffnungskonzerts war nun Klarinettistin Sabine Meyer, die mit zwei Nachwuchstalenten einen Abend gestaltete, der vom Münchner Hofvirtuosen Heinrich Bärmann inspiriert war. Inklusive einer kleinen Wiedergutmachung in Form des Adagios aus der Feder seines Sohnes Carl. Ein Werk, das lange Zeit Richard Wagner zugeschrieben war und von Meyer mit wunderbar weicher Tongebung dargeboten wurde. Kurios hingegen die Entscheidung, Webers Klarinetten-Quintett aufzuteilen. Vor allem, da die beiden Rising Stars vom Temperament her durchaus unterschiedlich veranlagt waren. Gern hätte man da gehört, welchen Weg Claudia Camarasa nach dem etwas braven ersten Satz eingeschlagen hätte. Oder wie die komplette Lesart von Strahinja Pavlovic ausgefallen wäre, der die folgenden Sätze mit viel Verve, aber auch mit kleinen Schärfen intonierte.
Höhepunkt blieben so Mendelssohn Bartholdys Konzertstücke op. 113 und 114, bei denen Camarasa zum Bassetthorn wechselte und sich mit Meyer ein leidenschaftliches Duell lieferte, bei dem die sicht- und hörbare Freude der Damen unmittelbar in den Saal überschwappte. Als Dritte im Bunde muss aber ebenso Dirigentin Anna Handler genannt werden, die ihren Solistinnen hierfür die nötige Rückendeckung gab. Am Pult des Ensembles Enigma Classica hatte sie zunächst etwas mit der trockenen Akustik der Freiheizhalle zu kämpfen, überzeugte dann aber zum Abschluss mit einer gut ausbalancierten Streichorchesterfassung von Beethovens „Quartetto Serioso“.
Fünf weitere Konzerte
folgen bis 17. Juli.