Freistaat bekennt sich zum Konzerthaus

von Redaktion

Das Kulturzentrum im Münchner Werksviertel nimmt die nächste Planungshürde

VON MARKUS THIEL

Noch vor wenigen Tagen, bei der Vorstellung der nächsten Saison, gab es beim BR-Symphonieorchester großes Schulterzucken, was die Planungstermine für das neue Konzerthaus betrifft. Gestern nun hat das Projekt im Münchner Werksviertel eine wichtige Hürde genommen. Der Haushaltsausschuss des Landtags hat die weiteren Planungen gebilligt. Wie Kunstminister Bernd Sibler (CSU) mitteilte, kann nun das Team um die Bregenzer Architekten Cukrowicz/ Nachbaur und den Akustiker Tateo Nakajima mit rund 30 beteiligten Büros den Entwurf weiter ausarbeiten.

Das klingt harmlos, entfaltet aber eine fast überraschende Wucht. Damit sind Überlegungen, ob die BR-Symphoniker nicht auf Dauer im Interimsbau der Sendlinger Isarphilharmonie unterkommen könnten, Makulatur. Der Freistaat hat also bekräftigt: Er hält auch angesichts einer angespannten Haushaltssituation am Konzerthaus fest. Und nicht nur das: Weiterhin soll dieses drei Säle mit 1900, 400 und 200 Plätzen beherbergen. Auch hier gab es Diskussionen, ob man nicht einen Raum einsparen könnte. Sibler meinte, die Entscheidung des Haushaltsausschusses habe „starke Signalwirkung – auch für die internationale Kunstszene“.

„Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und ich können es kaum erwarten, unseren Beitrag dazu zu leisten, das Konzerthaus mit vielfältigem musikalischem Leben zu füllen“, so formulierte es Simon Rattle, der künftige Chefdirigent. Auch er bezeichnete das Votum aus dem Landtag als „wichtiges Signal“. Georg Randlkofer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Neues Konzerthaus, hat nach eigenen Angaben „nichts anderes erwartet“. Vor Jahren sei schließlich eine Grundsatzentscheidung des Landtags gefallen. Zudem laufe bereits die Zahlung des Erbbauzinses, außerdem habe man schon viel in die Planung investiert. Zustimmung kommt naturgemäß von der Münchner Musikhochschule, die unter anderem einen der kleinen Säle nutzen soll. „Wir sind erleichtert“, sagte Präsident Bernd Redmann mit Blick auch auf geplante digitale Projekte. „Im Konzerthaus entsteht wichtiger Raum für die Musik der Zukunft!“

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