Ins Herz unserer Gegenwart stechen

von Redaktion

Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz erhält den Georg-Büchner-Preis 2021

Er gilt als die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Literatur. Günter Grass hat ihn bekommen, Heinrich Böll oder Christa Wolf wurde er auch verliehen. In diesem Jahr bekommt ein Österreicher den Georg-Büchner-Preis: Clemens J. Setz (Foto: Gert Eggenberger/APA/dpa). Dies teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Die Ehrung ist mit 50 000 Euro dotiert. Sie soll am 6. November im Staatstheater in Darmstadt feierlich übergeben werden. Zur Begründung wurde unter anderem von der Jury hervorgehoben: „Mit Clemens J. Setz zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen Sprachkünstler aus, der mit seinen Romanen und Erzählungen immer wieder menschliche Grenzbereiche erkundet.“ Die verstörende Drastik des 38 Jahre alten Künstlers steche „ins Herz unserer Gegenwart“, weil sie einem zutiefst humanistischen Impuls folge. „Diese Menschenfreundlichkeit verbindet Clemens J. Setz mit einem enzyklopädischen Wissen und einem Reichtum der poetischen und sprachschöpferischen Imagination. Mit staunenswerter Vielseitigkeit demonstriert er eine radikale Zeitgenossenschaft, welche Buch um Buch die Schönheit und den Eigensinn großer Literatur beglaubigt.“

Von Clemens J. Setz, der Mathematik und Germanistik studierte, erschienen zuletzt der Roman „Die Bienen und das Unsichtbare“ und die Erzählungen „Der Trost runder Dinge“ (jeweils Suhrkamp). An den Münchner Kammerspielen ist sein Stück „Flüstern in stehenden Zügen“ digital aufgeführt worden.   mm/dpa

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