Vor seinem ersten Auftritt mit dem Royal Philharmonic Orchestra hat Dirigent Wassili Petrenko ein Ende des Brexit-Streits um Visa für Künstler zwischen der EU und Großbritannien gefordert. Er hoffe, dass beide Seiten eine Lösung finden, zumal die neuen Regeln viel Geld kosten und auf die Honorare drücken. Der 45-Jährige warb für eine rasche Entscheidung. Schließlich sei das Orchester ein wichtiger Botschafter für Großbritannien in der Kulturszene. Seit dem Brexit müssen EU-Bürger, die in Großbritannien arbeiten wollen, teure Visa beantragen – das gilt auch für die Gegenrichtung. Künstler wie Elton John fordern mit Nachdruck Ausnahmen, da sich unter den bestehenden Bedingungen Tourneen und Konzerte kaum rechnen. Noch immer gibt es aber zwischen der EU und Großbritannien keine Einigung, beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld daran.
Mit einem neuen Film- und Fernsehstudio nahe London wollen die Sunset Studios aus Hollywood den britischen Markt für ihre Produktionen erobern. Der Immobilienriese Hudson Pacific und die Investmentfirma Blackstone haben für 120 Millionen Pfund (rund 140 Millionen Euro) ein Gelände nördlich der britischen Hauptstadt gekauft und wollen dort für 700 Millionen Pfund ein riesiges Produktionsstudio mit 4500 Jobs errichten, wie die BBC berichtete. Der britische Premierminister Boris Johnson begrüßte das als „hervorragende Neuigkeit“. Es ist die erste Expansion der Sunset Studios, in deren Räumen unter anderem „Der Prinz von Bel-Air“, „Zoolander“, „Harry und Sally“ oder „La La Land“ gedreht wurden, außerhalb der USA. Das Vorhaben soll demnach auch Streaming-Riesen wie Netflix und Amazon dazu verleiten, mehr Serien und Filme für den europäischen Markt in Großbritannien zu produzieren.
Die Bundesregierung stellt angesichts der Pandemie 35 Millionen Euro für ein Förderprogramm des Deutschen Musikrats für freie Ensembles zur Verfügung. Davon sind fünf Millionen Euro für die Unterstützung von Nachwuchsgruppen vorgesehen, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit. „Die Folgen der Pandemie waren und sind für die freien Ensembles und insbesondere auch für den künstlerischen Nachwuchs existenzbedrohend“, sagte Grütters. „Deshalb gilt es, den freien Ensembles eine Zukunft zu ermöglichen und die Vielfalt dieser Szene in ihren zahlreichen Facetten zu bewahren.“ Freie Ensembles prägten das Musikleben in der ganzen Bandbreite von der Alten Musik bis zur zeitgenössischen Musik, so die Staatsministerin weiter. Sie seien Innovationsmotor der Musikszene. Antragssteller können bis zu 150 000 Euro aus diesem Förderprogramm erhalten. Voraussetzung ist, dass die Ensembles nicht überwiegend öffentlich finanziert werden und die Projekte im Inland durchgeführt werden.