Demokratie ist ein zähes Geschäft: „Ist halt so, wenn alle mitreden wollen“, bringt es Monika Zimmermann in ihrem neuen Roman auf den Punkt. „Ohne Mehrheit geht eben nichts voran.“ Zimmermann weiß, wovon sie schreibt: Als erfahrene Journalistin (etwa als Chefredakteurin unserer Zeitung) wechselte sie irgendwann in die Politik und wurde Sprecherin einer Landesregierung und Abteilungsleiterin von zwei Staatskanzleien. Dass die Karriere ihrer Protagonistin ähnlich verläuft, mag Fiktion sein – aber sicher kein Zufall. Mit professionellem Insiderblick entlarvt Zimmermann den Medien- und Politikbetrieb als Hamsterrad, in dem sich Idealisten abstrampeln, ohne wirklich etwas bewegen zu können. Das Resultat ist am Ende lediglich viel Lärm – und nichts. mbl