„Wahnsinnig motiviert“

von Redaktion

Benedikt Haag über die Pläne des Münchner Motettenchors für die neue Saison

VON TOBIAS HELL

Das 60-Jahre-Jubiläum ist 2020 im wahrsten Sinne des Wortes etwas sang- und klanglos vorbeigerauscht. Umso optimistischer präsentiert der Münchner Motettenchor nun aber seine Pläne für die kommende Saison. Denn neben rund 80 Mitgliedern, die sich bei Wiederaufnahme der Proben umgehend zurückmeldeten, gab es für das Traditionsensemble als Bonus sogar noch ein paar Neuzugänge.

Für den künstlerischen Leiter Benedikt Haag ein Beweis für die wichtige soziale Komponente des Chorgesangs. Gerade in Zeiten sozialer Distanz. „Die Qualität war sehr schnell wieder da, weil die Leute wahnsinnig motiviert zurückkamen. Das finde ich ein wichtiges Zeichen. Die Laienchorszene liegt keineswegs am Boden. Vielen ist, glaube ich, im Lockdown erst bewusst geworden, wie sehr ihnen dieses Hobby gefehlt hat.“

Dass es von seinem Ensemble dennoch kaum Online- oder Open-Air-Aktionen gab, hatte vor allem pragmatische Gründe. „Fürs Niveau, das wir bieten wollen, müssen einfach die Probenbedingungen stimmen. Das geht nicht über Zoom.“ Sicher, bei Gottesdiensten in der Münchner Matthäuskirche war man mit Kleinstformationen immer wieder am Start.

Der erste größere Auftritt am 25. September wird jedoch eine ganz andere Hausnummer. Auf dem Programm stehen dann Brahms’ „Zigeunerlieder“ sowie die „Songs from the Bavarian Highlands“, bei denen Edward Elgar seine Urlaubserinnerung aus Garmisch-Partenkirchen verarbeitete. Haag, der parallel zu seinen Münchner Aufgaben demnächst eine Professur für Chorleitung und Dirigieren als Nachfolger von Jörg Straube an der Würzburger Musikhochschule übernimmt, sieht hier eine perfekte Kombination. „Außerdem sind beide Werke mit der Besetzung für kleinen Chor und Klavier genau richtig in der momentanen Situation.“ Schließlich kann noch niemand sagen, welche Auflagen im Herbst gelten werden. Und so ist das Programm gleich zweimal hintereinander mit zwei unterschiedlichen Chorbesetzungen angekündigt.

Falls von Klangkörpern erneut Flexibilität gefordert wird, ist man beim Motettenchor also vorbereitet. Auch das für 21. November versprochene Mozart-Requiem steht gedoppelt im Kalender. Ein Konzert, auf das man sich ebenso freut wie auf das traditionelle Weihnachtssingen oder Carl Loewes „Sühneopfer des Neuen Bundes“ am Karfreitag. „Das war ein Wunsch aus dem Chor, sich mal jenseits der Matthäuspassionen umzusehen.“ Und mit Orffs „Carmina burana“ ist ebenfalls die neue Isarphilharmonie anvisiert. „Über diese Einladung haben wir uns sehr gefreut, weil es zeigt, dass wir auch als weltlicher Konzertchor wahrgenommen und geschätzt werden“, berichtet Benedikt Haag.

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