IN KÜRZE

Altenberger lobt #MeToo-Debatte Trauer um Nanci Griffith  Labour Party schließt Ken Loach aus

von Redaktion

Die beiden Schauspielerinnen Verena Altenberger (Foto: Barbara Gindl/dpa) und Birgit Minichmayr sehen ein paar Jahre nach der #MeToo-Debatte über Sexismus und Gewalt einen echten Wandel im Kultur- und Unterhaltungsgeschäft. „Dieser Geniekult des weißen Mannes ist zum Glück wirklich vorbei“, sagte Minichmayr dem „Spiegel“ im Interview. „Dass sich einer wie die Axt im Walde benehmen kann, der seine Schauspielerinnen und Schauspieler nur als ,Material‘ sieht, die sich dem Genie unterzuordnen haben, hat sich erledigt.“ Vielleicht habe sich noch nicht viel verändert in den Verhaltensweisen, gab Altenberger zu bedenken. „Aber alle sind viel aufmerksamer.“ Durch #MeToo habe sich vor allem der Zusammenhalt unter Frauen verstärkt. „Wir sind selbstbewusster geworden und auch hilfreicher im Beobachten.“ Birgit Minichmayr ist derzeit in der Titelrolle von Schillers „Maria Stuart“ bei den Salzburger Festspielen zu sehen (siehe links), Altenberger als Buhlschaft im „Jedermann“.

Die US-amerikanische Folksängerin und Songschreiberin Nanci Griffith ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Die Grammy-Preisträgerin wurde durch Songs wie „Love at the Five and Dime“ und „Trouble in the Fields“ bekannt. Über die Todesursache ist noch nichts bekannt. Es sei Griffith’ Wunsch gewesen, eine Woche lang nach ihrem Ableben keine weiteren Angaben zu machen, zitierte die „New York Times“ aus der Mitteilung des Managements. Mit dem Album „Other Voices, Other Rooms“ (1994) hatte Griffith den Grammy für das beste zeitgenössische Folk Album gewonnen. Als Gaststars wirkten unter anderem Bob Dylan, Emmylou Harris und John Prine mit.

Der britische Filmemacher Ken Loach ist nach eigenen Angaben aus der sozialdemokratischen Labour-Partei ausgeschlossen worden. Grund sei, dass er sich nicht von anderen ebenfalls ausgeschlossenen Ex-Parteimitgliedern distanzieren wollte, teilte Loach per Twitter mit. Die Labour-Partei wollte sich zunächst nicht zu dem Vorgang äußern. Hintergrund sind jahrelange Antisemitismus-Vorwürfe gegen Teile des linken Parteiflügels, die bereits zum Rauswurf von Ex-Labourchef Jeremy Corbyn führten. Dessen Parteiausschluss im vergangenen Jahr wurde zwar wieder zurückgenommen, doch eine Rückkehr in die Fraktion wird ihm verwehrt. Corbyn hatte gesagt, das Antisemitismus-Problem in der Partei werde „aus politischen Gründen dramatisch überbewertet“, relativierte die Aussage später jedoch. Der 85-jährige Filmemacher Loach gilt als Corbyn-Unterstützer.

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