„Da muss mehr passieren“

von Redaktion

Christian Stückl will weibliche Rollen in der Passion ausbauen

Der Oberammergauer Spielleiter Christian Stückl will bei der Passion die Rollen der Frauen voranbringen. Nur drei von 20 Hauptrollen sind weiblich. Er habe bereits zusätzliche weibliche Figuren eingebaut, etwa die Ehefrau des Pilatus, sagte der 60-Jährige. „Aber wenn ich ehrlich bin: Es ist immer noch zu wenig. Da muss noch ein bisschen mehr passieren.“

Stückl inszeniert die alle zehn Jahre stattfindende Passion in Oberammergau zum vierten Mal, deren 42. Ausgabe 2020 ausfiel und nun ab 14. Mai vier Monate nachgeholt werden soll. Er hat das Spiel grundlegend reformiert, von Antisemitismus befreit und modernisiert. So dürfen heute etwa verheiratete Frauen Maria spielen – bis zu seiner ersten Inszenierung 1990 ein Tabu. Dennoch sieht Stückl bei den Frauenrollen noch „Luft nach oben“, auch in der Gewichtung. Darstellerinnen in eine Männerrolle schlüpfen zu lassen, ist für ihn kein Weg. Er könne sich im Theater gut vorstellen, einen Hamlet von einer Frau spielen zu lassen. Aber in Oberammergau sei man zu sehr in einem „historisierenden Bereich“.  dpa

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