Christliche Retter

von Redaktion

Erste Hilfe für von Flut zerstörte Kunst

Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat der hölzernen Christus-Figur arg zugesetzt. Nach ihrer Bergung aus dem überschwemmten Museumsdepot in Bad Neuenahr-Ahrweiler hat die Skulptur nun im Kloster Engelthal im hessischen Altenstadt eine vorübergehende Bleibe gefunden. Schwester Johanna hat das Kunstwerk in erster Notversorgung vom Schlamm befreit und mit einem Mittel gegen Schimmelpilz behandelt. Nun muss das Kunstwerk in aller Ruhe trocknen. „Dafür muss man Zeit haben, das geht nicht unter Zeitdruck“, erklärt die Ordensfrau.

Zeitdruck ist in der eine halbe Stunde von Frankfurt entfernten Klosteranlage ein Fremdwort. Das Bistum Mainz unterhält dort eine Restauratorenwerkstatt. Geleitet wird sie von der 69-jährigen Johanna Stüer, die mit 14 Benediktinerinnen in dem Kloster lebt. Die Christus-Figur ruht nun in einem eigens dafür aufgebauten Zelt. Bei 9 Grad Celsius und 62 Prozent Luftfeuchtigkeit soll das Kunstwerk langsam trocknen, damit keine Risse entstehen. Im Frühjahr ist dann die zweite Anti-Schimmel-Prozedur fällig.

Es gibt die Überlieferung, dass die Skulptur bei einer Überflutung im Ahrtal vor über 200 Jahren angeschwemmt worden sei. „Sie hat jetzt zwei Hochwasser überlebt.“ Was mit ihr einmal wird, ist noch unklar. Für die Diplom-Restauratorin im Ordensgewand geht es zunächst um die Rettung. „Kunstobjekte stiften Identität. Es ist wichtig, dass sie für die Region erhalten bleiben.“

Sämtliche von der Flut angegriffene Werke wurden an Restaurationswerkstätten in Rheinland-Pfalz, Hessen und NRW verteilt. Eine einzige zentrale Stelle hätte das nicht bewältigen können.

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