Soeben erntete Marc Seitz noch als Winnetouch im Deutschen Theater Lacher und viel Applaus für seine Gesangs- und Schauspielkünste. Für „Jekyll & Hyde“ (siehe Interview) wechselte er nun die (Bühnen-)Perspektive: Erstmals verantwortet der Darsteller, Tänzer und Gesangslehrer an der Hochschule in Osnabrück die musikalische Leitung: „Als ich gefragt wurde, habe ich sofort Ja gesagt“, erzählt er. Eine Herausforderung, denn seine Aufgabe war es auch, das Stück von Frank Wildhorn zu entstauben. Seitz erzählt: „Ich habe das Stück vor 23 Jahren am Broadway gesehen, fand es traditionell arrangiert, aber toll gemacht. Allerdings habe ich damals schon an mehr E-Gitarren gedacht. Nun kam das Stück zu mir zurück, und ich konnte es nach meiner Vision überarbeiten – eine fantastische Option!“ Dennoch erfordere eine solche Aufgabe auch großen Mut – es gehe ja darum, ein fertiges Werk musikalisch bis auf die Grundmauern einzureißen und neu aufzubauen „und dabei trotzdem das Original zu erhalten“. Und wie klingen Jekyll und Hyde jetzt? „Für mich war klar: Wenn aus Jekyll der Hyde wird, muss die Verwandlung rockig und mit E-Gitarre transportiert werden. Dagegen bekommt Jekyll etwas Symphonisches, Lyrisches, mit Violine und Cello. Insgesamt habe ich alles auf sieben Musiker reduziert, das schafft einen Band-Charakter.“ kba