Würde man behaupten, man habe es beim neuen Album der Indie-Folk-Singer-Songwriterin Erin Rae mit Canyon-Folk zu tun, stimmt das im doppelten Sinn. Es wurde zwar nicht im geschichtsträchtigen Laurel Canyon, aber immerhin im nahen Topanga Canyon aufgenommen, wo schon Neil Young „After the Goldrush“ auf Band bannte. Tatsächlich hüllen sich die zarten, aber aussagestarken Stücke in warm-melodische Siebziger-Wolken. Natürlich ist auch die Herkunft der Künstlerin, Nashville, zu hören, wofür ihr Genre-Kollege, der großartige Songwriter und Produzent Jonathan Wilson, sorgt. Wie bei seinem Geniestreich „Dixie Blur“ (2020) weist der Sound, den er Erin Raes so spannender wie ruhiger Mischung aus Indie-Rock, Cosmic Country, Folk und Pop angedeihen ließ, in Richtung Westcoastrock à la The Byrds. Mehr noch ist dem Album die Nähe der Künstlerin zu Jenny Lewis, Iron & Wine oder Jason Isbell anzuhören, ohne dass es an Authentizität mangeln würde. cu