Trübe Gedanken, weil draußen immer noch eine Seuche herumgeistert – das muss nicht sein, findet Mark Oliver Everett. Der 58-Jährige aus Virginia mit dem Pseudonym „E“ setzt bei „Extreme Witchcraft“, dem 14. Studioalbum seiner Band Eels, mehr denn je auf knochenpupstrockenen, höchst unterhaltsamen Indierock. Gleich der Auftakt „Amateur Hour“ brettert mit Keith-Richards-Riff und einem Zwei-Wort-Refrain los, der sich sofort ins Ohr schraubt. Der Blues „Steam Engine“ dampft tatsächlich wie eine alte Lok übers Gleis. Und fürs psychedelische „Stumbling Bee“ hat sich E das komplette Instrumentarium der Beatles von 1968 ausgeborgt. In seinen Texten gibt er dem Trübsinn keine Chance und empfiehlt notfalls: „Besser leben durch Verzweiflung.“ Wer mag, hört Tom Petty ebenso raus wie die Queens of the Stone Age. Am 21. März gibt es die extreme Live-Zauberkraft der Eels im Zenith in Freimann zu erleben (so die Seuche will). jh