Kommt ein Amerikaner nach Wien: So fangen nicht schlechte Witze an, sondern manchmal aufregende Musikprojekte. US-Schlagzeuger Mark Holub hat sich in seiner Wahlheimat mit vier österreichischen Freigeistern zusammengetan, um seinem Hang zur kreativen Chuzpe zu frönen. So ungewöhnlich wie die Instrumentierung des Quintetts (Bassklarinette, Tenorsax, Geige, Cello und die Drums des Leaders), so unkonventionell die Musik. Da gibt es schräge, treibende Grooves, aber ebenso schroffe Klangflächen, die eher aus dem Laboratorium der Neuen Musik zu kommen scheinen. Reflexiv-suchende, im weitesten Sinne jazzige Improvisationen machen Platz für kurze, nahezu punkig-lärmige Ausbrüche. Und all diese unterschiedlichen Stimmungen und Stilzitate wechseln munter in unvorhersehbarer Folge. Wer es mag, beim Hören immer wieder überrascht, auch auf produktive Art irritiert zu werden, könnte an der Wundertüte mächtig Spaß haben. run