Hauptberuflich ist Stefan Klein unter dem Namen Stefan Kleinkrieg Gitarrist der Band Extrabreit („Hurra, hurra, die Schule brennt!“). Ab und an macht er aber Soloalben wie jetzt „Die Sonne scheint für alle“. Zentrum der Lieder zwischen Rock, Folk, Country und Liedermacher ist Kleinkriegs kratzbürstig raue Stimme. Manchmal nostalgisch, oft mit zwinkerndem Auge sind 17 Songs vereint, die vielleicht das Album ergeben, das man sich mal wieder von Marius Müller-Westernhagen wünschen würde. Die Texte sind manchmal ausladend, dann wieder reduziert, doch mit viel Wirkung, wie bei „Erika“, einer unerfüllten Liebe: „Sie hieß Erika und starb im August letztes Jahr. Zur Beerdigung war ich nicht da, tut mir leid, Erika.“ Manchmal geht es um die Gegenwart wie in „Billiges Benzin“, manchmal zurück in der Geschichte, etwa in „Autoscooter“ („Zigaretten und das erste Bier und danach mit Elke Kenschinski in Wagen Nr. 4“). Ein schönes Album. an