Stückl ist wieder am Start! Nach seinem Herzinfarkt Ende Februar (wir berichteten) hat Spielleiter Christian Stückl die Proben für die Passion wieder aufgenommen. Seit Freitagabend stehen die Hauptdarsteller auf der Bühne im Oberammergauer Passionstheater und gehen die verschiedenen Szenen durch. „Jetzt am Wochenende nehmen wir uns den Einzug in Jerusalem und die Empörung vor“, sagt Frederik Mayet. Der Jesus-Darsteller, der zudem als Pressesprecher der Passionsspiele fungiert, ist positiver Dinge – auch, was seinen Chef angeht: „Es geht ihm gut“, betont Mayet und klingt erleichtert.
Spurlos ist der Eingriff – zwei Stents wurden ihm gesetzt – aber nicht an dem 60-Jährigen vorbeigegangen. Zumindest sei ihm bewusst, dass der Infarkt, der glücklicherweise ein milder war, ein Warnschuss gewesen sei, mehr auf sich zu achten. „Er darf’s nicht übertreiben, darauf passen auch wir auf“, sagt Mayet. Wer Stückl kennt, der auch Intendant des Münchner Volkstheaters und Bühnenmensch mit Leib und Seele ist, weiß, dass das nicht einfach werden wird. Und wie sieht es mit dem Zeitplan für die Vorbereitungen zur Passion konkret aus? Klar habe die Zwangspause des Chefs die Proben etwas zurückgeworfen. „Aber nicht so, dass wir nervös werden“, unterstreicht Mayet. Zumal die Arbeiten in den Werkstätten ganz normal weitergelaufen seien. Genau wie die Stellproben für die Lebenden Bilder. Auch Chor und Orchester waren von Stückls Krankheit nicht tangiert. So bleibt die begründete Hoffnung, dass die Premiere wie geplant am 14. Mai stattfinden kann. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Mayet.
Wie berichtet, hätte die Passion, die alle zehn Jahre aufgeführt wird, turnusgemäß eigentlich bereits 2020 über die Bühne gehen sollen. Zwei Monate vor der Premiere musste sie allerdings wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden – und wurde auf das Jahr 2022 verschoben. TANJA BRINKMANN