Hildebrandts Spezl

von Redaktion

Schauspieler und Regisseur Gerd Potyka tot

Alles begann Anfang der Fünfzigerjahre mit Studentenkabarett. Gerd Potyka war einer der „Namenlosen“, die für eine warme Mahlzeit in einem Schwabinger Kellerlokal ihre Sketche aufführten. Mit im Ensemble unter anderen Klaus Peter Schreiner und – Dieter Hildebrandt. Während es Hildebrandt und Schreiner mit der Lach- und Schießgesellschaft schnell zu bundesweiter Brettl-Berühmtheit brachten, zog es ihren Mitspieler zur Schauspielerei und zur Regie. Jetzt ist Gerd Potyka im Alter von 90 Jahren gestorben.

Der gebürtige Hesse aus Offenbach am Main spielte zunächst kleinere Rollen in Kinofilmen wie „Freddy und der Millionär“, bevor er in der ARD-Vorabendserie „Der Nachtkurier meldet“ einem größeren Publikum bekannt wurde. In der Produktion aus den Jahren 1964-1966 über einen Münchner Reporter, der immer wieder in Kriminalfälle verwickelt wird, spielte Potyka einen Pressefotografen. Später wirkte er in Krimiserien wie „Das Kriminalmuseum“ und „Der Kommissar“ mit und gehörte zu den Passagieren des „Traumschiff“-Vorgängers „Das Ferienschiff“ (alle ZDF).

Immer wieder verfasste der Wahl-Schwabinger auch Drehbücher, so beispielsweise für den Fernsehfilm „Schläft für Deutschland“ (1966) mit Karl Lieffen in der Hauptrolle. Einen Namen machte sich Potyka schließlich als (Boulevard-)Theaterregisseur, etwa für die Kleine Freiheit oder das TamS, wo er unter anderem 1980 Fitzgerald Kusz’ Mundartstück „Sooch halt was“ uraufführte. Für das Berliner Theater am Kurfürstendamm inszenierte er 1990 Curth Flatows Klassiker „Das Geld liegt auf der Bank“ mit Georg Thomalla in der Hauptrolle.

Auch als Synchronsprecher bleibt Gerd Potyka in Erinnerung, unter anderem lieh er den Hollywoodstars John Belushi und Seymour Cassel seine Stimme. R. OGIERMANN

Artikel 1 von 11