Ein gutes Werk für die Ukraine

von Redaktion

BENEFIZAUKTION Literaturhaus versteigert Zeichnungen von Doris Dörrie, Barbara Yelin und Co.

VON KATJA KRAFT

Wenn die Welt kalt und gefährlich wird, muss man sich zusammentun. Eine Bande gründen. Das haben die Münchner Illustrationskünstler Barbara Yelin und Dominik Wendland getan. Haben acht Kolleginnen und Kollegen aus München und Augsburg kurzerhand zusammengetrommelt und eine Benefizauktion auf die Beine gestellt, die man von Herzen gern unterstützen möchte. Yelin, Wendland, Doris Dörrie, Rotraut Susanne Berner, Quint Buchholz, Lisa Frühbeis, Daniela Kulot, Yi Luo, Uli Oesterle, Frank Schmolke und Ulrike Steinke versteigern je eines ihrer Werke. Das Literaturhaus München hilft bei der Organisation. Das Geld, das zusammenkommt, geht zu 100 Prozent aufs Spendenkonto der Landeshauptstadt München zur Hilfe in der Ukraine und in der Partnerstadt Kiew sowie an den Verein „Münchner Freiwillige – Wir helfen“. Ganz nebenbei setzen sie so den grässlichen Aufnahmen aus den Kriegsgebieten Bilder der Hoffnung entgegen.

Quint Buchholz’ „Mann auf dem Wasser“ beispielsweise strahlt eine ungeheure Harmonieund Ruhe aus. Wie eine Oase wirkt darauf der Turm inmitten des Bergsees, ein stiller Ort der Zuflucht, wie ihn sich Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine vermutlich gerade wünschen. „Wir wollten keine Bilder versteigern, die den Krieg thematisieren, sondern die Werke, die uns selbst besonders gut gefallen“, erzählt Barbara Yelin. Denn je schöner das Motiv, desto wahrscheinlicher, dass Menschen bereit sind, viel Geld dafür auszugeben.

Yelin gibt eine Sequenz ihrer Graphic Novel „Irmina“ (2014) in die Auktion. Eine Originalzeichnung im Großformat. „Alle Werke, die versteigert werden, sind Originale, keine Drucke“, betont sie, die sich ohnmächtig fühlt angesichts der erschütternden Kriegsnachrichten. Und die mit dieser Aktion ihren kleinen Teil dazu beitragen möchte, etwas zu verändern. „Natürlich ist es ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber jeder Tropfen höhlt den Stein“, sagt sie.

Von heute an um 9 Uhr bis 13. April um 21 Uhr kann auf alle elf Bilder geboten werden, per Mail an ukraine@literaturhaus-muenchen.de oder telefonisch unter 089/ 29 19 34 27 (täglich von 11 bis 18 Uhr). „Es war uns wichtig, kein Spektakel daraus zu machen. Es geht nicht um uns als Personen, sondern darum, viel Geld zur Hilfe zusammenzubekommen“, erklärt Yelin den Grund dafür, dass es keine große Auktions-Show geben wird.

Wer überboten wird und preislich nicht höhergehen kann, ist eingeladen, einen für ihn passenden Betrag zu spenden. Zum Dank bieten Yelin und ihre Mitstreiter am 11. April um 19 Uhr einen kostenlosen Online-Workshop an. Jeder kann dann mit Bleistift, Papier oder Pinsel vor dem Bildschirm mitmachen. Und so selbst Teil der Bande werden.

Die Auktion

Die Gebote werden unter literaturhaus-muenchen.de/ukrainehilfe und instagram.com/lithaus ständig aktualisiert. Die Anmeldung zum Online-Malkurs ist über literaturhaus-muenchen.de möglich.

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