„PORNFLUENCER“ Geld oder Liebe?

von Redaktion

Das Ziel ist klar: reich werden. Der schnellste Weg dorthin? Pornos drehen. Das hat sich Nico so gedacht –und seine Freundin Jamie von dieser Idee überzeugt. Alles selbstbestimmt, alles voller Freude. „Ist schon witzig“, sagt Jamie in Joscha Bongards Dokumentation „Pornfluencer“ sehr häufig und lacht wie ein kleines Mädchen. Doch je länger man die zwei sprechen hört, desto mehr zweifelt man an Jamies Freude an der Sache – und ist angewidert vom anfangs so freundlich wirkenden Nico. Offen erzählt er davon, wie er durch psychologische Tricks (gelernt von selbstherrlichen Machos auf Youtube) erreicht, was er möchte. Auch bei seiner Freundin. Immer fragt man sich, ob sie das, „was Nico will“, selbst auch will. Einmal fordert Nico, dass sie auf einem Parkplatz ihr T-Shirt für ein Foto hochzieht. „Nein, das ist peinlich. Da sind überall Leute. Ich möchte doch nicht nackt in der Öffentlichkeit sein“, sagt sie da. Grenzenlos naiv angesichts dessen, wie sie sich in der digitalen Öffentlichkeit täglich präsentiert. Man würde sie gern herausreißen aus diesem Konstrukt der beiden, das sie Liebe nennt – und er für Geld ausschlachtet. (Online bis 22. Mai unter dokfest-muenchen.de)  kjk

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