Untätig war man beim Münchner Rundfunkorchester in den zurückliegenden Monaten nicht. Das beweisen unter anderem eine Reihe von CD-Aufnahmen, dank derer man die Pandemiezeit gut überbrückte. Aber nun sieht es doch so aus, als würde sich nach zwei „Krisenspielzeiten“ endlich wieder langfristig Musik außerhalb der digitalen Sphären planen lassen.
Mehr als 40 Projekte sind es, die Orchestermanagerin Veronika Weber und Chefdirigent Ivan Repušić gemeinsam mit ihrem Team für die kommende Spielzeit ankündigten. Von der großen konzertanten Oper bis hin zur „Zwergerlmusik“. Im Pressegespräch hob Orchestervorstand Florian Eutermoser gerade noch einmal die gefragten Formate für Kinder und Jugendliche hervor, die deutlich über die „Klassik zum Staunen“-Programme hinausgehen und in der neuen Saison um die vier Elemente kreisen: „Wir spielen nicht nur unsere Konzerte, sondern gehen auch in die Schulen und bieten Fortbildungen für Lehrkräfte an. So sind die Kinder dann bestens vorbereitet und hochkonzentriert bei der Sache.“
Wobei die in der Pandemie entwickelten und mit großem Interesse aufgenommenen Online-Angebote ebenfalls weitergeführt werden sollen. Herzstück sind neben „Klassik zum Staunen“ und der Präsenz in anderen bayerischen Städten weiterhin die traditionellen Münchner Abo-Reihen wie die beliebten Sonntagskonzerte. Hier dürfen sich Operettenfans zum Saisonstart auf Franz von Suppés „Schöne Galathée“ mit Daniela Fally in der Titelpartie freuen, bevor mit Zemlinskys „Florentinischer Tragödie“ und der Ausgrabung von Massenets „Ariane“ zwei spannende Raritäten warten. Fortsetzung findet endlich auch der Zyklus früher Verdi-Opern, in dessen Rahmen Repušić im kommenden April „I Lombardi“ zur Aufführung bringt.
Außer dem Chefdirigenten gibt es am Pult aber noch einige andere bekannte Gesichter. So unter anderem Peter Dijkstra oder den sonst oft nur für Gershwin und Co. angefragten Wayne Marshall, der beim zweiten „Paradisi Gloria“-Konzert diesmal interessanterweise mit Musik von Charles-Marie Widor zu erleben sein wird. Das „Requiem“ aus der Feder von Andrew Lloyd-Webber liegt dagegen in den bewährten Händen des ersten Gastdirigenten Patrick Hahn, dessen Vielseitigkeit außerdem noch bei der Zemlinsky-Oper und einem musikalischen Streifzug durch Wien gefragt sein wird. Und auch einen neuen Artist in Residence gibt es – diesmal in Gestalt des Hornisten Radovan Vlatković, der die Mittwochskonzerte mit Werken von Händel und Strauss eröffnet.
Informationen
zur Spielzeit und zum Kartenvorverkauf unter
rundfunkorchester.de.