Mit Kinohits wie Steven Spielbergs „Jurassic Park“ von 1993 wurde Jeff Goldblum zu einem der erfolgreichsten Hollywoodstars. Ab morgen ist der 69-Jährige wieder als Chaostheoretiker Dr. Malcolm auf der Leinwand zu sehen – in „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“, dem sechsten Film der „Jurassic“-Reihe.
Vor fast fünf Jahren haben Sie mir erzählt, Sie hätten daheim in Los Angeles einen wild wuchernden Garten, der in mancher Hinsicht an „Jurassic Park“ erinnert…
Ja, dieser Garten existiert noch immer – ich wohne schon knapp vier Jahrzehnte im selben Haus in den Hollywood Hills, und ich liebe die Natur. Nachdem ich nun zwei Söhne im Alter von fünf und sechs Jahren habe, sehe ich meinen Garten durch deren Augen, entdecke bislang unbekannte Seiten und erlebe stets neue Abenteuer. Der Garten ist sowohl ein Rückzugsort als auch eine Kraftquelle für mich.
Hat er Ihnen geholfen, durch die Pandemiezeit zu kommen?
Während des ersten Lockdowns auf jeden Fall. Aber ich hatte ohnehin Glück, denn ich durfte schon ziemlich früh wieder arbeiten. „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ war das erste Hollywood-Projekt, das realisiert werden konnte – dank strenger Auflagen. Wir mussten uns x-mal testen lassen und waren monatelang unter Quarantäne-Bedingungen im selben Hotel untergebracht. Es fühlte sich an wie ein Klassentreffen, weil man die Besetzung sämtlicher Vorgängerfilme zusammengetrommelt hatte. Und es war ein Riesenspaß, erneut mit Laura Dern und Sam Neill vor Dinosauriern wegzurennen – wie vor 30 Jahren im ersten „Jurassic Park“-Abenteuer.
Anders als die beiden sind Sie sogar in vier der sechs Filme zu sehen…
Ja, ich bin sozusagen der letzte Dinosaurier. Oder der erste? Egal! Jedenfalls bin ich dankbar dafür, dass Michael Crichton die Figur des Dr. Malcolm erfunden hat – und dass ich sie im Kino zum Leben erwecken durfte.
Was nehmen Sie persönlich aus diesen Filmen mit?
Abgesehen von der Brille und der Uhr, die ich speziell für meine Filmfigur besorgt habe, bleiben vor allem einige enge Freundschaften. Die Begegnungen mit Leuten wie Steven Spielberg oder Richard Attenborough haben mich nachhaltig geprägt und sich tief in mein Herz eingegraben. Sie sind ewig… (Er stockt, ihm kommen die Tränen.) Entschuldigen Sie diesen kleinen Gefühlsausbruch. Aber auch einige gedankliche Anregungen aus den Filmen werden mich fortan begleiten: zum Beispiel, dass wir einen Weg finden müssen, in Frieden mit sämtlichen Kreaturen auf unserer Erde zu leben. Auch mit solchen, vor denen wir Angst haben.
Vor welchen Tieren fürchten Sie sich denn?
Im Prinzip vor allen, die größer sind als ich. Wenn ein Koloss auf mich zurennt, spielt es für mich keine Rolle, ob es ein Bär oder eine Kuh ist. Ich mag alle Lebewesen – aber ich muss nicht unbedingt jedem tief in die Augen schauen.
Im ersten „Jurassic Park“-Film haben Sie sich mit nacktem Oberkörper präsentiert. Diese berühmte Szene hat ein faszinierendes Eigenleben entwickelt – in Form von lustigen Memes in den Sozialen Netzwerken.
Ja, das hat einige köstliche Blüten getrieben. Und in unserem neuen Film haben wir sogar eine augenzwinkernde Anspielung eingebaut: Mitten in einer Actionszene hält mich der strenge Blick einer Pilotin davon ab, mein Hemd aufzuknöpfen.
Schade eigentlich…
Ich bitte Sie! Eine entblößte Brust wäre ja in meinem Alter wohl etwas unpassend – schließlich werde ich im Oktober 70 Jahre alt.
Sehen Sie das als Einschnitt in Ihrem Leben?
Zunächst einmal ist es nur eine Zahl. Und was auch immer das neue Jahrzehnt mit sich bringen mag, werde ich mit offenen Armen empfangen!
Das Gespräch führte Marco Schmidt.