Wer sein musikalisches Erwachen Mitte der Neunziger hatte, kam um Eric Claptons „From the Cradle“ (1994) praktisch nicht herum. Dem Zeitgeist gemäß rau, fett und sehr rockig produziert, vereinte die Platte eine Auswahl mit Coverversionen von Claptons Lieblings-Bluessongs. Im Rahmen der Tour zum Album produzierte Martin Scorsese eine Dokumentation, die sich aus Liveaufnahmen, Interviews und Archiv-Material zusammensetzt – und nun erstmals offiziell erscheint. Gekonnt schlagen Scorsese und Regisseur Scooter Weintraub einen Bogen von den Original-Stücken zu Claptons Interpretationen. Das ist unterhaltsam und sehr aufschlussreich, weil es auch die Unterschiede zwischen dem Schaffen von Robert Johnson, Howlin’ Wolf oder Muddy Waters und dem Treiben des britischen Novizen zeigt. Eine lohnenswerte Angelegenheit, der deutsche und englische Untertitel gutgetan hätten. Der Konzertmitschnitt erscheint zusätzlich auf CD und LP. cu