HÖRSPIEL Elektrisierende Antike

von Redaktion

Hervorragend (((((

Mit seiner zeitgemäßen Dichtung einer „Orestie“ nach Euripides hat Raoul Schrott der Atridensage eine neue poetische wie menschliche Dimension verliehen. Für Deutschlandfunk Kultur bearbeitet und realisiert von Michael Farin ist daraus ein elektrisierendes Hörspiel um tiefe Trauer und kalte Rache entstanden, archaisch und modern zugleich. Zwischen erhabenen Trompeten und nervösen Fliegenschwärmen, schwebenden Versen und entwaffnenden Pointen spannt sich ein dicht gewobenes Netz aus klaren Worten und meist elektronischen Klängen (Franz Hautzinger). Durch drei charakterstarke Stunden lenkt die Schauspielriege um Melika Foroutans Elektra das tragische Strategiespiel um Blut und Mut. Minimalistisch prägnant wie seine Inszenierung bringt es Farin auch im Begleitheft auf den Punkt, wenn er Elektra als „eine waschechte Heroine“ beschreibt.  teg

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