Kirill Petrenko kann nur eines von zwei geplanten Konzerten bei den Salzburger Festspielen dirigieren. Aufgrund einer schweren Fußverletzung mit anschließender Operation müsse er sich auf ärztlichen Rat hin weiter schonen, teilte das Festival mit. Wie geplant wird er am kommenden Sonntag, 28. August, am Pult seiner Berliner Philharmoniker stehen, um Mahlers siebte Symphonie aufzuführen. Am Folgetag springt für ihn Daniel Harding ein. Wie vorgesehen spielt Tabea Zimmermann Schnittkes Konzert für Viola und Orchester. Im zweiten Teil soll nun aber Bruckners vierte Symphonie erklingen.
Die deutsche Orchestervereinigung fürchtet bereits um neuerliche Einbußen durch die Pandemie. In diesem Zusammenhang erklärte Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), dass der Kulturbereich „nicht zu den typischen Infektionstreibern“ zähle. Laut Orchestervereinigung wird die erkennbare Konsolidierung beim Publikumszuspruch durch die anstehende Novelle des Infektionsschutzgesetzes gefährdet, etwa durch Ausnahmen für das Tragen von Masken. „Diese Regelung liefe darauf hinaus, dass in Konzertsälen und Opernhäusern bei hohen Inzidenzen abermals mit Einschränkungen der Sitzplatzkapazitäten zu rechnen wäre“, sagte Geschäftsführer Gerald Mertens. Der Verband sieht kein Infektionsrisiko, wenn das gesamte Publikum in Sälen mit fester Bestuhlung konsequent Maske trage. „Was in Flugzeug, Bus und Bahn als sicher gilt, sollte auch im Konzertsaal als sicher gelten.“ Kulturstaatsministerin Roth begrüßte die Einigung des Kabinetts zum Infektionsschutzgesetz. Damit sei das Szenario erneuter pauschaler Schließungen im Kulturbereich erst mal vom Tisch, sagte sie. „Der Kulturbereich hat in der Pandemie ganz besonders gelitten.“ Kultur sei aber unverzichtbarer Teil des Lebens, führe Menschen zueinander und mache die Gesellschaft stark.
Die Österreicherin Stefanie Sargnagel und der Stand-up-Comedian Alex Stoldt aus Rendsburg (Schleswig-Holstein) sind mit dem deutschen Kabarettpreis Prix Pantheon ausgezeichnet worden. Die satirische Autorin Sargnagel – bürgerlich Stefanie Sprengnagel – erhielt den Jurypreis in der Kategorie „Frühreif und Verdorben“, teilte das Kleinkunsttheater Pantheon am Donnerstag mit. Die Jury würdigte das Talent der 36-Jährigen für Geschichten, deren Anfänge harmlos schienen, „um dann in den bösartigsten und unanständigsten Beschreibungen zu explodieren“. Comedian Stoldt bekam den Publikumspreis „Beklatscht & Ausgebuht“. Der 23-Jährige habe Herzen und Lachmuskeln des Publikums im Sturm erobert, erklärte das Theater. Der Sonderpreis „Reif und Bekloppt“ ging an den Kabarettisten Urban Priol (61) für sein Lebenswerk.