Talente gesucht

von Redaktion

Der ARD-Musikwettbewerb startet

VON TOBIAS HELL

Ein Stück weit kehrt beim 71. Musikwettbewerb der ARD wieder Normalität ein. Denn im Gegensatz zum Vorjahr, als die Vorrunden digital über die Bühne gehen mussten, findet die Prestigeveranstaltung in diesem Jahr wieder komplett in Präsenz und vor Publikum statt. „Im Sinne der Fairness“, wie die künstlerische Leiterin Meret Forster betont: „Weil das individuelle Streamingequipment und unterschiedliche Räumlichkeiten die Beurteilung eben doch verzerren.“

Und so starten am kommenden Montag, 29. August, zunächst die Flöten, ehe sich in der Folge bis zum 11. September Nachwuchstalente am Klavier und an der Posaune messen sowie eine Reihe junger Streichquartette. Vier Kategorien, die eigentlich bereits für den abgesagten Wettbewerb im Jahr 2020 geplant waren, weshalb es nun eine einmalige Kulanzregelung bei der Altersbeschränkung gibt.

Die Zahl der Bewerbungen war ungebrochen hoch, mit einem neuen Rekord im Fach Klavier, wo die Jury aus 330 Einsendungen eine harte Vorauswahl treffen musste. Die 52, die es nach München geschafft haben, dürfen sich unter anderem einem Auftragswerk von Márton Illés stellen, der beim ersten Pressetermin Einblicke in seine Komposition gewährte, die unter anderem auch Spieltechniken jenseits des klassischen Repertoires verlangt. „Die Antwort auf meine Frage, ob ich auch am Instrument etwas verändern darf, war ja, solange es im vertretbaren Rahmen bleibt“, sagte Illés. „Aber ich finde es wichtig, dass junge Musiker schon früh mit solchen Dingen konfrontiert werden. Umso niedriger ist später die Hemmschwelle zur Neuen Musik.“

Die Jurys rekrutieren sich dabei vor allem in den Blasinstrumenten keineswegs nur aus Professorinnen und Professoren, sondern ebenso aus den Solopositionen renommierter Orchester wie dem Boston Symphony Orchestra oder der Mailänder Scala. Einer der Juroren ist zwar derzeit noch in Quarantäne, doch es bleibt zu hoffen, dass dies die einzige Begegnung mit dem unerwünschten „C“ bleiben möge. Oder, wie es Forsters Kollege Oswald Beaujean formuliert: „Sind wir froh, dass wir noch vor dem Oktoberfest liegen.“

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