Mega-Stars beim Mega-Festival

von Redaktion

München feiert bei der Premiere des Superbloom im Olympiapark die Vielfalt

VON KATHRIN BRACK

Henning May nickt anerkennend. „Dafür, dass es so geregnet hat und danach vieles schwerer war, seid ihr verdammt gut drauf!“, ruft der Sänger von AnnenMayKantereit dem Publikum vor der Olympic Stage zu. May und seine Band sind aber selbst ziemlich gut aufgelegt an diesem ersten Festivaltag beim Superbloom im Olympiapark. Vor allem der Sänger mit der markanten Stimme, die klingt, als würde er sie ausschließlich mit Whisky und Zigaretten ölen, tänzelt beim einstündigen Auftritt beschwingt über die Bühne.

Das Publikum hat bei der Premiere des Superbloom-Festivals am Samstag in München wirklich Geduld bewiesen. Mit Verzögerung wegen langer Schlangen an den drei Zugängen zum hermetisch abgeriegelten Gelände eröffneten der Rapper Schmyt, Popsängerin Leony aus der Oberpfalz und Kaffkiez an den drei Hauptbühnen im Stadion, in der Halle und auf dem Areal, wo sonst das Sommer-Tollwood seine Zelte aufschlägt. Es folgten eine Bläser-Party mit LaBrassBanda und Pop mit Singer-Songwriterin Lea an der Olympic Stage. Vor der Super Stage feierten die Fans ausgelassen zu den Clubbeats von Purple Disco Machine, während sich Comedian Kurt Krömer auf der Bloom Stage in der Olympiahalle in Rage redete.

Und dann kam das Gewitter. Wegen anhaltender Unwetter-Warnungen bugsierten die Veranstalter Tausende Besucher, die sich bis dahin gut über das Gelände verteilt hatten, recht souverän ins Stadion. Obwohl der Regen nach etwa einer Stunde nachließ, dauerte es dann aber lange, bis das Festival wieder in Gang kam. Die Gastro-Stände blieben zunächst geschlossen, viele Besucher fühlten sich schlecht informiert, und erst gegen 19 Uhr ging es im Programm weiter.

Die amerikanische Rapperin Megan Thee Stallion, die die Porno-Version eines Dirndls trug, kam deshalb nur für 20 Minuten auf die Bühne. Performte mit dem blanken Hintern wackelnd fünf Songs und hinterließ einige verwunderte Besucher ob der Kürze ihres Gastspiels. Dass Years&Years, das Solo-Projekt des Briten Olly Alexander, sogar ersatzlos aus dem Programm gestrichen wurde, erfuhren die enttäuschten Fans nur über dessen Social-Media-Kanäle.

Und während Rita Ora bereits auf der Super Stage für Stimmung sorgte, ging es auf der Olympic Stage erst mit AnnenMayKantereit planmäßig weiter – dafür aber umso entspannter. Als Henning May „Barfuß am Klavier“ anstimmte, brandete im Stadion ein Meer von Handylichtern auf. „So viele hatte ich bisher bei keinem Konzert“, sagte May sichtlich bewegt.

Mit viel Licht arbeitete sich dann auch Megastar Calvin Harris durch das vorläufige Finale: Zu den unzähligen Hits, die auf das Konto des Briten gehen, ließ der britische Star-DJ Laser unterm Zeltdach tanzen. Und die Menge im rappelvollen Stadion sowohl in der Arena als auch auf den Rängen tanzte mit. Mit seiner spektakulären Show sorgte er für einen versöhnlichen Abschluss des ersten Festival-Tages.

Die Veranstalter versprachen Nachbesserungen für Tag zwei. Sie haben mit dem Hamburger Stimmwunder Zoe Wees, Kraftklub, Stromae und Macklemore auf jeden Fall ein hochkarätiges und vielfältiges Programm zusammengestellt. Das am Sonntagabend gekrönt werden sollte vom zweiten Megastar des Festivals: Der französische DJ und Musikproduzent David Guetta sollte dem Münchner Superbloom zu einem fulminanten Finale verhelfen.

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