BUCH Mit dem Holzhammer

von Redaktion

Erträglich ((;;;

Thomas Melle, bekannt und beliebt für seinen schonungslosen Blick in gesellschaftliche Untiefen hinter sauberen Fassaden, seziert in seinem neuen Roman das titelgebende „leichte Leben“ Er statuiert ein weiteres Krisen-Exempel, diesmal trifft es beißend die Mittelschicht: Kathrin und Jan mit zwei pubertierenden Kindern und reichlich sexuellen Fantasien, die sie nun eruptiv ausleben – als Überkompensation ihrer eingeschlafenen Lebensträume von Erfüllung, Erfolg, Relevanz, Entwicklung. Die im minimalistischen Beobachtungsstil ausgewalzte Deutlichkeit aber schockiert nicht, provoziert nicht, sie bedrängt den Lesenden. Und über alle sozialen Klischees hinweg schwingt Melles Sprache kontrastierend den Bildungsbürgerholzhammer. Die entwaffnend zarten Töne hingegen, die gegenwartspoetisch genialen, machen sich enttäuschend rar.  teg

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