IN KÜRZE

Jan Faktor erhält den Wilhelm-Raabe-Preis Benin-Bronzen an Nigeria übertragen Kulturrat fordert Hilfe von der Politik

von Redaktion

Der mit 30 000 Euro dotierte Wilhelm-Raabe-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den tschechisch-deutschen Autor Jan Faktor. Der Schriftsteller erhalte die Auszeichnung für seinen Roman „Trottel“, teilte die Stadt Braunschweig mit. Mit dem bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Buch bringe der Schriftsteller das traditionelle Genre des Schelmenromans zum Explodieren, begründete die Jury ihre Wahl. Faktor erzähle vom Leben eines jungen Mannes aus Prag, der Ende der Siebzigerjahre der Liebe wegen in die DDR kommt. Dabei sei „ein Werk von erstaunlicher Kraft entstanden“.

Der Hamburger Senat hat die vollständige Eigentumsübertragung der Benin-Bronzen an Nigeria beschlossen. „Dies ist ein Meilenstein im laufenden Prozess zur Aufarbeitung unseres kolonialen Erbes“, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). „Damit können wir diese einzigartigen Kunstschätze endlich zurückgeben.“ Insgesamt 179 Objekte aus dem ehemaligen Königreich Benin befinden sich noch im Besitz der Stadt Hamburg. Sie wurden im Zuge einer kolonialen Invasion von britischen Soldaten geraubt und im Anschluss verkauft. Anfang Juli hatten Deutschland und Nigeria den Weg frei gemacht für die Rückführung in der Kolonialzeit geraubter Kunstobjekte.

Der Deutsche Kulturrat pocht darauf, Kultureinrichtungen trotz möglicher Gasversorgungskrise im Winter offen zu halten. Zudem brauche es angesichts gestiegener Energiekosten mehr finanzielle Unterstützung. „Die Energiekrise ist neben der Bewältigung der Corona-Krise eine zusätzliche extreme Herausforderung“, teilte Kulturrat-Geschäftsführer Olaf Zimmermann mit. Steigende Preise könnten nicht an die Nutzerinnen und Nutzer weitergegeben werden. „Ohne massive öffentliche Unterstützung werden viele Kultur-Akteure den dritten Katastrophen-Winter in Folge nicht durchstehen.“

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