Agatha Christies frühe Werke handeln, hinter der Krimi-Fassade, oft von der Ehe. Und da konnte Billy Wilder auch bei „Zeugin der Anklage“ (1957) ansetzen, um Christies doch sehr mechanisches Theaterstück zu verwandeln in einen wahren Wilder-Film (nun in nicht gerade überscharfem HD als schön gestaltetes Mediabook erschienen). Er und sein grandioses Ensemble machten den Thriller zur Komödie des Verteidigers (Charles Laughton) als herzkrankem Mann, der renitent nicht von seinen Leidenschaften lassen will: Zigarren, Cognac, herausfordernde Prozesse. Und der im Scharmützel mit seiner Pflegerin (Elsa Lanchester) die späte Liebe findet. Andererseits kitzelte Wilder aus dem Stoff die Tragödie heraus einer zu sehr liebenden Frau (Marlene Dietrich), die für ihren Mann (Tyrone Power) ein Opfer bringt, das der nicht verdient. wil