Sommer, Sonne, Partyzeit: Sum 41 laden ein zur Zeitreise in unbeschwerte Teenie-Jahre, und die Olympiahalle bebt! Bekannt ist die kanadische Punkband aus den frühen 2000er-Jahren, als die „Pop-Punk“-Welle ihren Höhepunkt feierte und Teenie-Filme wie die „American Pie“-Reihe die Musik in die Welt trugen. Spätere Bekanntheit erlangten Sum 41 vor allem durch die Ehe von Sänger Deryck Whibley mit der ebenfalls aus Kanada stammenden Pop-Punk-Queen Avril Lavigne. Scheidung und folgende Alkoholsucht von Whibley sorgten für einen radikalen Soundumschwung der Band hin zum Alternative Rock.
In München spielen Sum 41 jedoch fast durchgängig ihre Punk-Klassiker, da die beiden Erfolgsalben „All Killer, No Filler“ und „Does this look infected?“ unlängst den 20. Geburtstag feierten. Mal schmust der Skatepunk mit Metal-Gitarrensoli, mal geht es poppiger zu. Feuerfontänen untermalen die Metal-Passagen, während große Luftballons durch die Menschenmenge tanzen. Die schweißnassen Fans hüpfen und springen, Pogo-Kreise drehen sich, Bierfontänen spritzen.
Von Feier-Müdigkeit ist bei Sum 41 nach 26 Jahren nichts zu bemerken, auch wenn Whibley optisch die schwierigen Jahre des Entzugs anzumerken sind. Doch jeder Ton sitzt, und der Sänger strahlt eine mitreißende Energie aus, wenn er brüllt: „It’s time to celebrate!“ Das Publikum grölt Hits wie „In too deep“ oder „Still waiting“ mit. Zum Abschluss sorgt „Fat Lip“ für ein seliges Leuchten in den Augen und nostalgische Erinnerungen an die letzte Studentenparty. MICHAEL HELLSTERN