Von wegen Lisbeth, von wegen langweilig: Das Quintett aus Berlin zeigt auch auf seinem dritten Studioalbum „EZ Aquarii“, wie frech und federleicht deutscher Indiepop klingen kann. Der Albumtitel kommt aus dem Weltraum, aber in den Texten geht es um irdische Themen und gern auch um Prominente. In „Elon“ amüsieren sich die Lisbeths darüber, dass Tesla-Krösus Elon Musk nicht in den Berliner Kultladen Berghain durfte. Auch Eisläuferin Claudia Pechstein („Auf Eis“) und Wetterfrosch Jörg Kachelmann („Hochdruckgebiet“) kommen zu Ehren. Wobei Kachelmann wegen des schlechten Wetters Berufsverbot drohen könnte. Von wegen Lisbeth verbinden Gute-Laune-Pop mit Fragen, die sich sonst praktisch niemand stellt: „Ausgerechnet in Lutherstadt Wittenberg sind nur zehn Prozent evangelisch. Ob Luthers Urenkel das interessiert?“ Das wird spaßig am 20. Oktober in der Münchner Muffathalle (falls man noch Karten kriegt). jh