Was schenkt man seinem Rechenlehrer zum Geburtstag? Natürlich „Eduards Traum“: Der späte Busch-Roman lässt die Herzen aller Mathefans höher schlagen, spielt er doch in einem arithmetischen Städtchen. Das wird aber von lauter Nullen verwaltet. In ihm ist X die meistgesuchte Größe, A und B stellen sich gleich doppelt in umgekehrter Reihenfolge vor, weil A + B bekanntlich gleich B + A ist. In den Gärten dieser Stadt wachsen die Prozente an den Obstbäumen – und zwar nicht nur die alkoholischen. Buschs abstruse Traumreise durch fantastische Räume führt quer durch alle Bereiche der Wilhelminischen Gesellschaft: Die Schwachen (zum Beispiel die gebrochenen Zahlen) bleiben auf der Strecke, nur die Nichtskönner und die Starken überleben. Der berühmte NDR-Märchenonkel Hans Paetsch liest den wunderbaren Text brillant, mit Tempo, Verve und Temperament, wenn auch leider gekürzt. hilo