Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) könnte sich die Münchner Philharmoniker auch unter weiblicher Führung vorstellen. „Ich hätte hohe Sympathie auch mal für eine Frau“, sagte Reiter der Deutschen Presse-Agentur. Der Chefposten ist bekanntlich seit der Entlassung des russischen Dirigenten Valery Gergiev vakant. Wann die Nachfolge feststeht, konnte Reiter nicht sagen. Er rechne mit einer Vorlage für den Stadtrat im ersten Quartal. Namen nannte er naturgemäß nicht, aber „wir haben schon durchaus interessante Bewerberinnen und Bewerber“. Gergievs Vertrag war im vergangenen März aufgelöst worden, wenige Wochen nach Russlands Angriff auf die Ukraine. Der 69-Jährige hatte sich nach Meinung des Stadtrats nicht ausreichend vom russischen Präsidenten Wladimir Putin distanziert. Für Reiter ist die derzeitige Situation der Philharmoniker keine Verlegenheitslösung. „Wir fahren gut damit, mit wechselnden Dirigenten zu arbeiten. Das ist abwechslungsreich fürs Publikum und macht auch den Musikern Spaß. Man könnte schon spekulieren, ob man überhaupt einen Chef-Dirigenten braucht.“ Daher müsse man sich nicht hetzen. Unter den Kandidaten werden Krzysztof Urbański, Santtu-Matias Rouvali oder, etwas überraschend, Andris Nelsons genannt. Von Daniel Harding hat sich das Orchester offenbar eine Abfuhr eingehandelt. th
Eddie Murphy soll bei der Golden-Globe-Gala am 10. Januar einen Ehrenpreis erhalten. „Es ist uns eine Ehre, den diesjährigen Cecil B. DeMille Award dem ikonischen und hoch angesehenen Herrn Eddie Murphy zu überreichen“, zitierte der US-Sender CNN die Vorsitzende des Verbands der Auslandspresse (HFPA), Helen Hoehne. Mit der Auszeichnung feiere man den „Einfluss, den seine Karriere – vor und hinter der Kamera – die Jahrzehnte hindurch auf Film und Fernsehen hat“, so Hoehne. Der 61-jährige Murphy hat bereits eine Golden-Globe-Trophäe für seine Rolle in „Dreamgirls“.
Der Paul-Lincke-Ring geht in diesem Jahr an den Popmusiker Johannes Oerding. Die undotierte Auszeichnung wird jährlich an Musiker vergeben, die sich um deutschsprachige Musik verdient gemacht haben. „Der Popsänger und Songschreiber Johannes Oerding steht für poetische, emotionale – gerne auch mal nachdenkliche – Texte, die er mit markanter Stimme zu regelrechten Ohrwürmern macht“, schreibt die Stadt Goslar zur Begründung. „Er ist ein sympathischer Künstler mit authentischen, emotionalen Texten und einem feinen Gefühl für die deutsche Sprache“, sagte Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner (SPD). Der Preis ist nach dem deutschen Operettenkomponisten Paul Lincke (1866-1946) benannt und wird an dessen Sterbe-Ort, im Goslaer Stadtteil Hahnenklee, vergeben.