Man mag und kann sich das bei den aktuellen Temperaturen um den Gefrierpunkt kaum vorstellen: Aber die Straßen sind die Bühnen des Lebens. Nicht nur in den Städten sind und waren sie Orte der Inszenierung, der Repräsentation, des Protests, der Kommunikation. Der umfangreiche Bildband „Street Life“ erinnert daran und zeigt, wie Künstlerinnen und Künstler verschiedener Disziplinen die Straße in ihr Werk integriert haben. Das reicht von Großstadtszenen, wie sie etwa George Grosz (1893-1959) gemalt hat, über Christos und Jeanne-Claudes Blockade-Installation „Wall of Oil Barrels“ bis hin zu den Fotografien eines Friedrich Seidenstücker. Schade nur, dass Street- und Urban-Art weitgehend ausgespart werden. Dennoch verkürzt das Buch kurzweilig die Zeit, bis das Leben wieder draußen stattfindet. leic