Das vorrangigste Ziel als neuer Chef des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst hat Arnulf Schlüter erreicht. „Bald an die Besucherzahlen vor Corona anknüpfen“, hatte Schlüter es im Interview mit unserer Zeitung im April 2022 formuliert. Und er hat geliefert: Bei der gestrigen Pressekonferenz konnte Schlüter eine stolze Zahl von rund 105 000 Besuchern im Jahr 2022 verkünden. 2019 war die 100 000er-Marke erstmals geknackt worden.
Ein guter Start also für den neuen Mann an der Spitze, der in Wahrheit im Ägyptischen Museum ein alter Hase ist. Seit rund 20 Jahren arbeitet er in dem Haus, zuletzt als stellvertretender Direktor. Wohl deshalb ist der personelle Übergang so galant geglückt. Besonders schön: Immer mehr junge Besucher kommen. Das liegt auch an gezielten Werbeaktionen während der Ferien. Im Herbst etwa wirkte sich die Ferien-Kampagne „Zeit fürs Museum“ spürbar auf die Besucherzahlen aus.
Weil’s so gut läuft, konnten sich Schlüter und sein Team mit Dingen beschäftigen, „die im Idealfall die Gäste gar nicht mitkriegen“. Überarbeitung der Technik, neues WLAN-Netz, weitere Schritte auf dem Weg zum „grünen Museum“. So wurde überprüft, ob eine Nachtabschaltung von Strom, Kälte- und Wärmezufuhr unter konservatorischen Gesichtspunkten möglich ist. Man stellte fest: Es ist. Über enorme Einspareffekte freut sich Schlüter.
Die Besucher derweil können sich den 12. Mai notieren: Dann startet die Schau „NAGA – die verschüttete Königsstadt“, bei der man Archäologen in der sudanischen Wüste dank 360-Grad-Panoramabildern über die Schulter schauen kann. Neuer Chef, neue spannende Wege. kjk