Die Violinistin Anne-Sophie Mutter wirft dem Freistaat mit Blick auf das geplante Konzerthaus Wortbruch vor. Ihre Kritik richtet sie insbesondere an Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der angesichts der stark gestiegenen Kosten für das Projekt eine Denkpause angeordnet hatte (wir berichteten), aber auch an dessen Vorgänger Edmund Stoiber und Horst Seehofer. „Alle drei Herren haben ,Ja!‘ gesagt irgendwann mal, und haben ihr Wort gebrochen, fröhlich pfeifend“, sagte die Künstlerin im Podcast des Symphonieorchesters des BR. Angesichts der Debatte um die Kosten für den Neubau im Münchner Werksviertel verwies sie auf die Elbphilharmonie in Hamburg. „Was da rein schwimmt an Geld und Tourismus ist unfassbar, weil das Gebäude so aufregend ist, weil man das gesehen haben will. So etwas wünsche ich mir für Bayern, für München, ein Gesamtkunstwerk, wo sich Leute wohlfühlen, egal welchen Alters.“ Die Isarphilharmonie im Kulturzentrum HP8, die den Philharmonikern während der Gasteig-Sanierung als Ausweichspielstätte dient, ist nach Mutters Ansicht kein Ersatz. Die Arbeitsbedingungen dort seien für Musiker nicht tragbar.
Kunstminister Markus Blume (CSU) sagte, die Planung laufe ja weiter. „Persönlich würde ich mir mehr Gespür für das wünschen, was die Menschen im Moment wirklich an Nöten bewegt.“ dpa