„Ich bin besser als je zuvor“

von Redaktion

Michael Bublé über die große Liebe, seine Show und die Beziehung zu München

Die Neuauflage großer Liebeslieder hat Michael Bublé berühmt gemacht. Wenn sich also einer mit der Liebe auskennt, ist es der Italo-Kanadier. Bevor er am Sonntag wenige Tage vor dem Valentinstag in der Olympiahalle spielt, hat der 47-Jährige die Heimat seiner Familie besucht. Wir haben vor seinem Konzert in Mailand mit ihm über die Show, Zukunftspläne und die Liebe gesprochen.

Braucht die Welt mehr Liebe?

Unsere Welt macht einiges mit, und wir können alle eine kleine Pause brauchen. Das ist es, was ich mache: Ich bringe Menschen zusammen und zeige ihnen – wie ich finde – die großartigste Show der Welt. Was ich tue, ist nicht romantisch. Aber es geht um Liebe und Güte und Freude. Sich in Musik, Poesie oder Filme zu verlieben: Das ist ein Geschenk! Was für eine Freude ist es, wenn man sagen kann, dass man sich in etwas verliebt hat, das einem nie das Herz brechen wird! Das ist eine Romanze, die ich mir für meine Kinder wünsche, aber auch für mein Publikum.

Sie sind offensichtlich sehr stolz auf Ihre neue Show.

Jeder sagt: Das letzte Album oder der letzte Film war der beste. Aber die Wahrheit ist, dass ich besser bin als je zuvor. Das liegt an allem, was ich erlebt habe und vielleicht auch am Alter. Und ich bin überzeugt davon, dass ich die großartigste Show der Welt auf die Beine gestellt habe. Ich weiß, dass die Produktion zu groß und zu teuer ist, dass ich zu viele Leute dabeihabe. Aber ich bin froh, dass ich das Wagnis eingegangen bin. Meine Kinder sagen zu mir: Papi, warum bist du nicht zuhause? Ich fühle sehr stark, dass ich etwas Besonderes mache, und darüber bin ich glücklich.

Am Wochenende spielen Sie in München. Was verbinden Sie mit der Stadt?

Ich habe viele Freunde in München. Über die vergangenen 20 Jahre habe ich einige sehr innige Beziehungen aufgebaut. Ich übernachte immer an den gleichen Orten und besuche die gleichen Events. Es ist spannend, wie die Welt dein Zuhause werden kann! Können Sie sich vorstellen, dass ich die letzten 20 Jahre so verbracht habe? Ich werde auch an unterschiedlichen Orten nostalgisch, weil ich gute oder traurige Erinnerungen mit ihnen verbinde. Ich liebe München.

Gerade waren Sie in Italien, Ihre Familie stammt aus dem Norden. Fühlt es sich wie zuhause an?

Klar, viele meiner Verwandten leben noch dort. Ich habe den kleinen Ort besucht, wo meine Ur-Ur-Großmutter meine Urgroßmutter zur Welt gebracht hat, Santa Lucia heißt er. Ich habe das Bett gesehen, in dem sie geboren wurde, da spüre ich eine tiefe Verbindung. Für mich ist da viel Nostalgie. Ich erinnere mich daran, wie ich meinen Nonno, also meinen Großvater, auf Tour mitgenommen habe, wie stolz er war, als er mich seinen Cousins präsentiert hat. Sie merken, ich werde ein bisschen traurig, weil ich ihn vermisse, er ist vor zwei Jahren gestorben.

Ihr Großvater hat sie ermutigt, Sänger zu werden. Würden Sie Ihre Kinder genauso ermutigen?

Ermutigen ist für mich ein schwieriges Wort – als würde man in eine Richtung geschubst. Ich würde sie unterstützen, das ist ein Wort, mit dem ich mich wohlfühle. Ich würde sie auf jedem Weg unterstützen, der ihnen Freude und Erfüllung bringt. Ich will, dass meine Kinder glücklich sind.

Auch, wenn sie Sänger werden wollen?

Ich liebe es, Musik zu machen. Das Berühmtsein ist nicht das Gute an meinem Job. Wenn ich irgendetwas mit Ruhm vergleichen müsste, wäre Ruhm wie die Sonne. Sie ist warm und fühlt sich sehr gut an. Aber man bekommt auch schnell zu viel von ihr. Und das wünsche ich niemandem.

Sehen Sie sich selbst irgendetwas anders tun, als als Sänger auf der Bühne zu stehen?

Ich liebe, was ich tue, ich brauche es wie die Luft zum Atmen. Ich liebe es, eine Verbindung mit dem Publikum zu haben. Aber ich liebe es auch, auf andere Arten Kunst zu schaffen. Ich will ganz ehrlich sein, ich beginne mich mehr und mehr zu fragen, ob ich vielleicht etwas Neues finden kann. Ob ich mich mit etwas völlig anderem herausfordern soll. Seit 25 Jahren nehme ich Alben auf, promote die Alben und gehe mit den Alben auf Tour. Vielleicht ist es irgendwann an der Zeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Denken Sie ans Aufhören?

Nein, das nicht. Als Sänger werde ich immer neue Wege finden, mich auszudrücken. Das hört nicht auf, das wird mir immer bleiben. Aber ich glaube, dass es noch andere Arten gibt, kreative Freude zu empfinden. Vielleicht verändere ich einfach nur ein bisschen die Richtung? Ich rede überhaupt nicht vom Aufhören, ich rede davon, zu wachsen und neue wundervolle Herausforderungen zu finden. Ich habe große Lust, neue Dinge ausprobieren!

Das Gespräch führte Kathrin Brack.

Karten

für das Konzert in der Münchner Olympiahalle am kommenden Sonntag unter Telefon 089/54 81 81 81.

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