Zurück zur Härte

von Redaktion

Bullet for my Valentine im Zenith

VON MICHAEL HELLSTERN

Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „The Poison“ im Jahr 2005 zählen Bullet for my Valentine zu den bekanntesten Vertretern des internationalen Metalcore. Nach 25 Jahren Bandgeschichte gastierten die Waliser zum bereits fünften Mal im fast ausverkauften Zenith. 2014 hatte die Band ein kurzes Wellental durchschritten und nur die Tonhalle bespielt – alles geschuldet der Veröffentlichung des Albums „Temper Temper“, das mit seinen vergleichsweise ruhigen Songs als Tiefpunkt der Bandgeschichte gilt.

Auf der Setlist wird es darum an diesem Zenith-Abend ignoriert. Stattdessen gibt es Hits auf die Ohren: Die Waliser laden ein zu einer wilden Reise durch unterschiedliche Metal-Spielarten. Immer wieder scheinen die Anfänge als Nirvana- und Metallica-Coverband hervor, die im Vergleich zu anderen Genrekollegen aber immer wieder in Richtung Mainstream schielte. Mit dem aktuellen Album fand die Band wieder zurück zu ihren härteren Wurzeln.

Live kreuzen die Waliser sowieso stets mit dem Messer zwischen den Zähnen auf, wie schon der brachiale Opener „Knives“ verdeutlicht. Lediglich „All these Things I hate (Revolve around me)“ bremst die durchgängig springenden und hüpfenden Fans kurzzeitig ab. Einen großen Qualitätssprung gewinnen viele Songs durch den Gesang von Bassist Jamie Mathias. Erst seit 2015 in der Band, übernimmt er bei Klassikern wie „Tears don’t fall“ wesentliche Gesangsparts. Das klingt erst einmal ungewohnt, begeistert aber die Mehrheit der Fans.

Auf LED-Leinwände, Konfetti oder sonstige Gimmicks verzichten Bullet for my Valentine. Stattdessen liegt der Fokus auf der Musik, die aber von einer herausragenden Lichtshow unterstützt wird. Viele der neueren Songs werden vom Publikum eher verhalten aufgenommen. Die Zugaben mit „Your Betrayal“ und „Waking the Demon“ lassen die Halle aber noch einmal kollektiv eskalieren.

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