Die Streikwelle im öffentlichen Dienst geht in die nächste Runde – diesmal gibt es an den Münchner Kammerspielen und an der Schauburg einen Warnstreik. Unter dem Motto „Löhne rauf – Leben muss für alle bezahlbar sein!“ rief Verdi die rund 250 Beschäftigten der beiden Bühnen bereits gestern und am heutigen Freitag zu Ausständen auf, wie die Gewerkschaft mitteilte. Zeitgleich werde das künstlerische Personal zu Solidaritätsstreiks aufgerufen. Die Ensemble-Mitglieder hätten zwar einen eigenen Tarifvertrag, sie seien aber mit ihren Einkommenserhöhungen an den Tarifvertragt für den öffentlichen Dienst gekoppelt.
Für Verdi formuliert Gisbert Grünwald, Meister Veranstaltungstechnik an der Schauburg, die Forderung nach einer Erhöhung von 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich. Damit sollen besonders die Gering- und Mittelverdienenden entlastet werden. „Um hochwertiges Theater zu realisieren, brauchen wir auch in den technischen Abteilungen aktive und kreative Spezialisten. Die müssen aber so bezahlt werden, dass sie überleben können. Genau das bildet die Forderung von Verdi ab.“
Ob es zu Ausfällen oder Störungen von Vorstellungen kommen wird, sei noch nicht abzusehen, hieß es. Auch bei den betroffenen beiden Theatern konnte man gestern auf Nachfrage nicht verbindlich sagen, ob es zu Spielplanänderungen kommen werde. Falls ja, wird darüber auf der Homepage informiert.
Agnes Kottmann, Gewerkschaftssekretärin für Theater und Musikschulen im Verdi-Landesverband, verteidigt den Streik. „Wir appellieren an das Verständnis der Zuschauer, denn auch sie haben mehr von auskömmlich bezahlten Theaterbeschäftigten auf und hinter der Bühne. Kunst und Kultur brauchen anständige Tarife. Vom Träumen auf Brettern, die die Welt bedeuten, lassen sich keine Mieten und Gasrechnungen bezahlen.“