Deutsche Cowboys

von Redaktion

Truck Stop feiern den 50. Geburtstag

VON GÜNTHER CHALUPA

Ein wenig Country, ein wenig Jazz – so fing die Erfolgsgeschichte von Truck Stop an. Heute sind sie die bekannteste und nunmehr auch dienstälteste deutsche Country-Band. Am 10. März 1973 standen sechs junge Männer im Hamburger Jazz-Club „Remter“ zum ersten Mal auf großer Bühne, spielten „Hello Josephine“ von Fats Domino sowie Songs von Johnny Cash und Willie Nelson.

Einer dieser Männer ist noch heute dabei und erinnert sich gern an die Anfangszeit: Wolfgang „Teddy“ Ibing, Schlagzeuger. „Ich bin der Methusalem der Kapelle“, lacht der 74-Jährige. „Das ,Remter‘ wurde immer voller“, sagt er, als er an die ersten Auftritte zurückdenkt. Gespielt wurden nur Lieder amerikanischer Interpreten. „Unsere englischen Songs wurden immer besser, aber der Verkauf wurde immer schlechter.“

Daher beschlossen die Cowboys, auf Deutsch umzusatteln. Der Erfolg stellte sich umgehend ein mit der LP „Zuhause“. Die Single „Ich möcht’ so gern Dave Dudley hör’n“ ist bis heute Kult. Auch „Die Frau mit dem Gurt“, die zu einer bundesweiten Kampagne für die Gurtpflicht wurde. Über 45 Alben und mehr als 6000 Konzerte listet die Bilanz bis heute.

Den Namen Truck Stop hat die Band ihrem verstorbenen Gründungsmitglied Erich Doll zu verdanken. „Er kam damals aus den USA zurück und hat den Namen ausgesucht“, sagt Ibing. Später trug der Film „Convoy“ mit Kris Kristofferson, in dem Trucker als moderne Cowboys dargestellt werden, zur Popularität von Country Music, aber auch von Truck Stop in Deutschland bei. „Plötzlich waren alle Lkw-Fahrer Trucker“, erinnert sich Ibing. Mit dem Fall der Mauer und dem aufkommenden Schwerverkehr in den Osten schwand jedoch die Begeisterung für den Musikstil. „Jetzt sind die Trucker wieder Lkw-Fahrer.“

Um den runden Geburtstag richtig zu feiern, haben Truck Stop ein Album mit dem Titel „50 Jahre“ herausgebracht. Klar, dass Hits wie „Take it easy, altes Haus“ nicht fehlen.

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