„Ich glaube, dem ,Geschenk‘ fehlt ein ganzes letztes Kapitel“, sagte Wolf Wondratschek 2011 in unserem Interview zum Erscheinen des Romans. „Die Geschichte müsste noch einmal auf den Vater und seinen Sohn zurückgeführt werden“, urteilte der Autor – und grantelte noch ein paar Sätze lang gegen den Lektor. Wer wissen will, ob er recht hat: Gerade ist „Das Geschenk“ erneut erschienen, im Rahmen der Werkausgabe im Taschenbuchformat. Der Dichter schaut in diesem Text mal wieder bei seiner liebsten Figur Chuck vorbei: In den Siebzigern wurde sein Lyrikband „Chuck’s Zimmer“ zum Bestseller – im Roman setzt die Handlung 31 Jahre später ein: Chuck ist inzwischen Vater, aber immer noch Einzelgänger. Plötzlich sieht sich der Großstadt-Cowboy Fragen nach Vertrauen und elterlicher Sorge gegenüber. leic