Rein statt Schein

von Redaktion

Lady Gaga begeisterte bei Oscars mit ungeschminktem Auftritt – und erklärt jetzt warum

Die musikalischen Auftritte bei den Oscars bleiben selten im Gedächtnis. Oft zeigt sich hier, dass die für einen Goldjungen nominierten Filmmusiken ohne bildreiche Untermalung eben nicht mehr sind als durchrauschendes Beiwerk. Nicht so Lady Gagas Lied „Hold my Hand“. Der Auftritt der 36-jährigen Sängerin war wie berichtet einer der Höhepunkte der 95. Oscar-Verleihung in der Nacht von Sonntag auf Montag. Außergewöhnlich nicht nur ihr mitreißender, weil ungemein gefühlvoller Vortrag, sondern auch ihr Aussehen dabei. Lady Gaga, die zuvor in engem schwarzen, teils durchsichtigen Mieder-Kleid mit signalfarbenem Rot auf den Lippen über den champagnerfarbenen Teppich geschritten war, sang auf der Bühne dann im Schlabberlook. Graues Shirt, zerrissene schwarze Jeans, Augen- und Lippenbemalung abgeschminkt. Warum, erklärte der Producer der Award-Show, Glenn Weiss, im Nachgang nun dem „Hollywood Reporter“: „Lady Gaga wollte den Song, der für sie eine große Bedeutung hat, wirklich auf den Punkt bringen und nicht als ,Oscar-Performance‘, sondern ganz persönlich darstellen. Das ist genau das, was wir versucht haben einzufangen.“

Glenn Weiss’ Kollege Ricky Kirshner ergänzte in einem anderen „Hollywood Reporter“-Gespräch: „Wir bekamen eine SMS, dass sie etwas ausprobieren wolle, aber keine Zeit habe, eine große Performance auf die Beine zu stellen, und dass sie möchte, dass es unverfälscht wird und die Leute die wahre Gaga sehen.“ Bei einer solchen Stimme brauche man aber auch nicht viel mehr als das.

Ursprünglich hatte Lady Gaga dieses Jahr gar nicht bei den Oscars auftreten wollen. Die US-Amerikanerin war mit „Hold my Hand“ aus „Top Gun: Maverick“ für den besten Filmsong nominiert, verlor jedoch gegen „Naatu Naatu“ aus dem indischen Werk „RRR“.  kjk/dpa

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