Im September 2017 veröffentlichte die Universität Stockholm eine Sensation. Eine aktuelle DNA- Analyse eines mittelalterlichen Skeletts hatte ergeben, dass der seit 140 Jahren als „Birka-Krieger“ bekannte Wikinger in Wahrheit eine Frau war. Die Vorstellung, dass es unter den Wikingern Kriegerinnen gab, die nach ihrem Tod mit voller Ausrüstung bestattet wurden, revolutionierte die Sicht auf das Volk der Nordmänner und -frauen. Die britische Kulturhistorikerin Janina Ramirez schildert diese Entdeckung in ihrem Buch „Femina“ genauso eindrücklich wie viele andere überraschende Geschichten, die unseren Blick auf die Rolle der Frauen im Mittelalter verändern. Ausgehend von aktuellen Forschungen erzählt sie von Kriegerinnen und Anführerinnen, von Künstlerinnen, Spioninnen und Diplomatinnen. Einige, aber längst nicht alle Frauen sind historisch bekannte Gestalten. Unglücklich erscheint allerdings ihr Versuch, mit der Brechstange aktuelle Diskussionen wie die über Geschlechtsidentität ins Mittelalter zu übertragen. sp