KLASSIK-CD Naturprodukt Schubert

von Redaktion

Hervorragend (((((

Ohnehin fällt er nicht in die typische Bass-Schublade. Andreas Bauer Kanabas ist so etwas wie der Belcantist unter den tiefsten deutschen Stimmen. Was bedeutet, dass er nicht nur bei Wagner reüssiert, sondern auch bei Verdi. Zu hören ist weniger Granit oder knorrige Wucht, sondern eine feine, eher weich gefasste Stimme, die in jeder Lage sofort anspricht und sich trotzdem unforciert weiten kann. Das ist, wenn man so will, alles andere als opernhaft – und daher bestens geeignet für den Lied-Gesang, wie dieses herausragende Album beweist. Versammelt sind hier Schubert-Hits, neben dem „Schwanengesang“ noch Lieder wie „Der Tod und das Mädchen“ oder „Der Wanderer“. Was sofort auffällt, ist die Clarté, die genaue Behandlung der Vokalfarben und Konsonanten, die musterhafte Verknüpfung von Wort-Ausdeutung und Legato. Nichts ist verzerrt, Bass-Schwärze setzt Bauer Kanabas nur dort ein, wo es nötig ist. Immer bleibt er flexibel, dabei symbiotisch verbunden mit Daniel Heide, der seine extrem variantenreiche Klavierkultur ins Lied-Feld führt. Was für beide einnimmt, ist die Natürlichkeit, mit der erzählt wird. Ganz ohne Didaktik oder Inszenierung. Schubert hätte so etwas auch nicht nötig.  th

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