Die Iren blicken auf einen reichen Schatz wunderschöner Namen, die sich auf Papier unaussprechlich darstellen. Nach einer Saoirse (in etwa: Sirscha) aus der Folk- oder Sioban (Scha-vohn) aus der Pop-Welt macht sich nun eine Ailbhe (Alva) daran, die Alternative-Folk-Welt zu verzücken. „Endless Affair“, der Nachfolger ihres gefeierten Debüts „Personal History“ (2020), dürfte allen gefallen, die sich für das bahnbrechende Treiben der Singer-Songwriterinnen aus den Neunzigern begeistern. Ailbhe Reddy scheint deren stilistische Vielfalt, schöpferische Urkraft und Gleichgültigkeit gegenüber Normen in sich aufgesogen zu haben. Ihr Pop hat Folk-Gene, die indie-rockig instrumentiert sind, und weiß auf Albumlänge zu fesseln. Das erinnert bisweilen an Phoebe Bridgers’ verletzlichen und dabei trotzigen Ansatz, hat aber genug Zunder, um dem Publikum mitzuteilen, was so alles schiefläuft. cu