Für die Fotografen lässt Hans Klok im Schwabinger Café Reitschule ein Tischchen fliegen, Spielkarten verschwinden, die ihm dann wieder aus dem Mund zu purzeln scheinen. Ein bisschen sehr blond, sehr gebräunt wirkt der Niederländer, aber auch sehr geduldig, freundlich, zugewandt. Der „schnellste Magier der Welt“ ist in die Stadt gekommen, um für seine magische, von 2022 auf heuer verschobene Tour „Live from Las Vegas“ zu werben, die am 9. Mai in Hamburg startet und ihn am 23. Mai in die Münchner Olympiahalle führt.
Mit der glitzernden US-Wüstenmetropole Las Vegas verbindet Klok einige seiner größten Erfolge: Hier bezauberte der 54-Jährige schon 2007 mit Pamela Anderson als Assistentin. Das letzte Engagement brachte ihm allerdings weniger Glück: Ein Zehnjahres-Vertrag im berühmten Excalibur platzte nach anderthalb Jahren – gegen die Pandemie half auch kein Zauber. Also kehrten Klok und sein Team mit Sack und Pack zurück nach Europa, wo der Künstler nun mit den Höhepunkten der Vegas-Show sein Publikum zum Staunen bringen will. „Ich werde fliegen, mich und andere blitzschnell wegzaubern und wieder auftauchen lassen“, erklärt der 54-Jährige, der selbstironisch mal von sich behauptete: „Ich spreche wie Rudi Carrell und sehe aus wie Linda de Mol.“
Große Gesten, Pyro und Geschwindigkeit wird es geben – Letzteres vor allem ist sein Markenzeichen, für das er und sein Team nahezu täglich trainieren. „Die Tricks müssen sitzen“, sagt er und zuckt mit einem Lächeln die breiten Schultern. Ja, der Niederländer ist in sichtlich beeindruckender Form.
Klok mag aber auch die ruhigeren Nummern, die kleinen Wunder und Überraschungen – etwa durch Gedankenlesen. Oder er wird die „Schwebende Glühbirne“ nach Harry Blackstone (1885-1965) zeigen. Eine Séance will er abhalten „wie zu Zeiten von Houdini“, den Klok sehr verehrt. Harry Houdini (1874-1926), die Zaubererlegende, entwickelte eine regelrechte Besessenheit, Spiritisten und Geisterbeschwörer als Scharlatane zu entlarven. Wobei er insgeheim hoffte, sich wenigstens einmal in den vermeintlichen „Medien“ zu täuschen – zu gern hätte er ein letztes Mal mit seiner geliebten toten Mutter kommuniziert. „Ein Magier wie ich ist auch eine romantische Figur“, erklärt Klok den überraschenden Show-Mix und meint, man könne sich in seinem Metier schon manchmal „ein wenig wie ein Vampir fühlen – man kann fliegen und sich in Luft auflösen“.
Damit die Magie auch künftige Generationen berührt, tüfteln Klok und seine Leute, die übrigens alle lebenslange Geheimhaltungsverträge unterschrieben haben, an neuen Illusionen. Kein leichtes Unterfangen: „Wenn wir ein oder zwei neue Tricks pro Jahr entwickeln, ist das viel“, bekennt der Meister. Ohnehin ließen sich aber viele heute bejubelte Illusionen und spektakuläre Tricks im Kern auf die alten Geheimnisse von Houdini und Co. zurückführen. Alles andere sei Show, Präsentation – er genieße das sehr. Und schmunzelt: „Im Grunde bin ich ein legaler Betrüger, für den die Leute Geld bezahlen.“
Und das tun sie gern. Auch wenn mancher vor allem deshalb kommt, um seine Tricks zu entzaubern. Der Magier lacht herzlich, bevor er aber bekennt, dass ihm vor allem Kinder den größten Respekt abringen: „Die Kleinen kommen der Wahrheit oft erstaunlich nah.“ Am leichtesten seien „Professoren oder Studenten“ hinters Licht zu führen – „die denken zu kompliziert!“ Und so lasse sich das Publikum grundsätzlich in zwei Lager teilen: Die einen wollen staunen, sich bezaubern lassen und genießen. Die anderen kommen, um Geheimnisse zu lüften. Klok grinst schelmisch: „Den einen wünsche ich dann einen schönen Abend, den anderen sehr viel Glück.“
„Live from Las Vegas“
am 23. Mai in der Münchner Olympiahalle. Karten gibt es bei allen Vorverkaufsstellen oder zum Beispiel unter www.muenchenticket.de.