München in den frühen Sechzigerjahren, die Schwabinger Krawalle toben. An sich soll Marie Graf Drogistin werden und das Geschäft ihrer Eltern übernehmen. Doch die junge Frau will einen anderen Beruf – sie will Journalistin werden. Wie Marie dieser Schritt gelingt und welche Opfer sie dafür aufzubringen bereit ist, skizziert Teresa Simon wunderschön in ihrem Roman „Die Reporterin“. Für den Sommer ist bereits Band zwei angekündigt. Simon legt ein fiktives, an die Wirklichkeit aber stark angelehntes lesenswertes Kapitel Münchner Pressegeschichte vor, das auch Nicht-Journalisten gefallen wird. Zudem beschreibt sie die Nöte und Zwänge homosexueller Menschen in den Sechzigern. „Die Reporterin“ ist auch eine Liebesgeschichte. Nur am Ende überdreht die Autorin leider mit Irrungen und Wirrungen. ham