Nadine fühlt sich eigentlich ganz wohl hier im Garten auf dem Liegestuhl – obwohl ihr ihre Beine nicht gefallen. Da implodiert diese Welt aus Kompromissen und Unzulänglichkeiten: Mizzi ist tot. Nadines und Franks Tochter hat sich umgebracht. Katrin Seddig verdichtet Nadines Leben zu einem beengenden, trostlosen Gestrüpp an Enttäuschungen, Überdruss, Fremdbestimmung und Lieblosigkeiten. Kantig und durchaus humorvoll wird vor allem aus der Perspektive der Frau erzählt, die durch Episoden zu unterschiedlichen Zeitpunkten immer leibhaftiger, vielschichtiger, spannender wird. Ihr hat man von klein auf weisgemacht, dass sie so, wie sie ist, nicht passt. Unter Qualen hat sie sich passend gemacht, ja sogar das perfekte Mädchen geboren; genau dieser Traum ist auf den Eisenbahnschienen ausgelöscht worden. Die Autorin schildert auch Nadines Umfeld farbenreich, so dass simple Wertungen, Schubladencharaktere und einfache Antworten vermieden werden. sida