Aufgspuit!

von Redaktion

Simon Rattle plant einen „Symphonischen Hoagascht“

Von wegen Haydn, Beethoven oder Brahms: Sir Simon Rattle liebt offenbar auch Heavy Metal, besonders den bayerischen. Will heißen: Fürs kommende Jahr planen er und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks einen Symphonischen Hoagascht mit Blaskapellen. Rattle, so lässt das Orchester wissen, möchte seine künftige musikalische Heimat besser kennenlernen, bekanntlich übernimmt er im kommenden Herbst die Chefposition beim BR.

Ab sofort können sich also Blasmusik-Ensembles bewerben, die überwiegend aus Laien bestehen und mindestens zehn Mitglieder haben. Einsendeschluss ist der 26. Mai 2023, Informationen unter brhoagascht.de. Aus den Einsendungen wählen unter anderen Rattle, Volksmusik-Moderatorin Traudi Siferlinger sowie Trompeter und Komponist Franz Gerstbrein fünf Ensembles aus. Ab Frühjahr 2024 starten die Proben an den Heimatorten der Ensembles mit Mitgliedern des BR-Symphonieorchesters. Höhepunkt sind dann zwei Probentage mit Rattle in München und ein Konzert am 7. Juli 2024 im Münchner Showpalast. Aufgeführt werden sollen ein neu komponiertes Stück von Lorenz Dangel sowie die Grande Symphonie funèbre et triomphale von Hector Berlioz. Letzteres Werk, eine monumentale Trauer- und Triumphsymphonie, entstand 1840 zum zehnten Jahrestag der Französischen Juli-Revolution.

Der BR will das Langzeitprojekt in Radio und Fernsehen begleiten. Mit seiner neu erwachten Liebe für bayerisches Blech setzt Rattle übrigens eine Münchner Tradition fort: Die hiesigen Philharmoniker haben schon eine Marschplatte mit Zubin Mehta und Lorin Maazel herausgebracht.  th

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