Der Lyriker und Theatermacher Dinçer Güçyeter hat den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Er wurde für seinen Debütroman „Unser Deutschlandmärchen“ (Talos Verlag/mikrotext) ausgezeichnet. Der 1979 in Nettetal (Nordrhein-Westfalen) geborene Autor erzählt von den Schmerzen, Entbehrungen, Einsamkeiten und Sehnsüchten seiner Eltern, die Ende der Sechzigerjahre aus der Westtürkei als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Die Jury würdigte die poetische Sprache Güçyeters. Zudem stehe seine Familiengeschichte stellvertretend für viele Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter, die Rassismus und belastende Arbeitsbedingungen erleben mussten. Der Preis der Leipziger Buchmesse ist mit insgesamt 60 000 Euro dotiert und wird in drei Kategorien vergeben. Jeder Gewinner oder jede Gewinnerin erhält 15 000 Euro, dazu gibt es je 1000 Euro für eine Nominierung. In der Kategorie „Sachbuch/Essayistik“ setzte sich Regina Scheer durch. Ihr Buch „Bittere Brunnen“ thematisiert das Leben der Jüdin Hertha Gordon-Walcher. Diese war in den Zwanzigerjahren Sekretärin der kommunistischen Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin.
Die Sängerin und Performerin Sanni Est aus Berlin ist beim Deutschen Jazzpreis 2023 als deutsche Künstlerin des Jahres geehrt worden. Auch die Band des Jahres, die Insomnia Brass Band, stammt aus der Hauptstadt. Mit der Eröffnung der Fachmesse Jazzahead! in Bremen wurden die Preise am Donnerstag in 31 Kategorien verliehen. Jede ist mit 10 000 Euro dotiert. Als internationale Band des Jahres wurde das James Brandon Lewis Quartet aus New York geehrt.